Universitätsklinikum Bonn betreibt Deutschlands erste Lampenfieberambulanz speziell für Musiker

Anonymität als höchstes Gebot

[Auf dem Campus, 28.11.2010] Viele Musiker leiden unter extremem Lampenfieber. Diese Angst vor dem Auftritt kann so groß werden, dass sie sogar Karrieren zerstört. Hilfe finden Betroffene jetzt am Universitätsklinikum Bonn, bei Deutschlands erster „Lampenfieberambulanz“ speziell für Musiker:
So mancher Musiker braucht das Prickeln vor dem Auftritt, um brillant zu sein. Doch andere entwickeln eine solche Angst davor, den falschen Ton zu treffen oder aus dem Takt zu kommen, dass sie vor lauter Nervosität nicht mehr auftreten können. Schätzungsweise jeder zweite Berufsmusiker leidet unter Lampenfieber – jede Musikergruppe hat ihr ganz spezielles Problem. Doch die Ursache sei für alle gleich, so Dr. Déirdre Mahkorn,
Oberärztin an der Bonner Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Es seien leistungsorientierte Perfektionisten mit hohem Ehrgeiz, mit sich selbst zu streng, und haderten im Rückblick über jeden Fehler. Es entstehe ein Teufelskreis – das Scheitern wird vorweggenommen, obwohl es noch gar nicht passiert ist; dadurch erhöht sich die Angst vor dem Auftritt.
Bei jedem Patienten wird der Ursache für das Lampenfieber auf den Grund gegangen, hierzu ein Persönlichkeitsprofil erstellt und ein individuelles Angst-Tagebuch genutzt. Hinzu kommen Entspannungsübungen zur Linderung der Lampenfiebersymptome. Die noch junge „Lampenfieberambulanz“ zählt bereits 40 Patienten. Dabei ist Anonymität das höchste Gebot – die Termine werden möglichst so koordiniert, dass die Betroffenen sich nicht zufällig vor Ort begegnen.

Weitere Informationen zum Thema:

universitätbonn, 26.11.2010
Lähmende Angst vor dem falschen Ton / Lampenfieberambulanz für Musiker gegründet

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