Troja birgt noch immer Geheimnisse: Archäologen der Universität Tübingen auf Spurensuche

Ausgrabungskampagne 2010 widmete sich bronzezeitlichen Stadtresten

[Auf dem Campus, 03.10.2010] Archäologen der Universität Tübingen unter Leitung von Prof. Ernst Pernicka vom Institut für Ur- und Frühgeschichte haben bei ihren diesjährigen Grabungen in Troja in der bronzezeitlichen Stadt neue Entdeckungen gemacht:
Ein größeres Gebiet außerhalb der schon von Heinrich Schliemann ausgegrabenen Burg war anscheinend längere Zeit bewohnt als bisher bekannt. Mit Ausgrabungen und Bohrungen gelang es, das fragliche Gebiet genauer einzugrenzen. Der Grundriss einer im Vorjahr zum Teil ausgegrabenen Toranlage bei einem spätbronzezeitlichen Verteidigungsgraben ist nun vollständig freigelegt.
An den Ausgrabungen der Universität Tübingen nahmen von Juli bis September 2010 mehr als vierzig Wissenschaftler und Techniker aus acht Ländern teil. Neben Untersuchungen an Fundmaterialien sowie der Auswertung und Publikation der seit 1988 durchgeführten Forschungen finden nach wie vor kleinere Grabungen statt, um gezielt noch offenen Fragen nachzugehen. In einem Methodenverbund von Geophysik, Prospektion mit Spezialbohrern und Ausgrabungen konnte der Verlauf einer Verteidigungsanlage der spätbronzezeitlichen Unterstadt – es handelt sich um einen in den Fels geschlagenen Graben – bisher auf einer Länge von etwa einem Kilometer nachgewiesen werden. Mit Bohrungen konnte außerdem gezeigt werden, dass sich bronzezeitliche Schichten bis etwa zweihundert Meter östlich der Burg erstrecken. Noch weiter im Osten schließt im Bohrprofil ein Graben an, der bedeutend tiefer und breiter ist als die bisher ausgegrabene Anlage. Das Alter dieser Struktur ist aber noch unbekannt – der Befund muss im Sommer 2011 genauer untersucht werden.

Weitere Informationen zum Thema:

Eberhard Karls Universität Tübingen, 29.09.2010
Tübinger Forscher zeichnen den bronzezeitlichen Stadtplan von Troia neu / Grabungsergebnisse der diesjährigen Kampagne

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