Tagung an der Universität Bonn: Getränke im 18. und 19. Jahrhundert aus der Sicht verschiedener Disziplinen

Tee, Kaffee, Alkohol, Softdrinks und Zaubertränke in der Geschichte, den Literatur- und Kulturwissenschaften, der Medizin und der Volkskunde

[Auf dem Campus, 06.11.2010] Der Vorgang des Trinkens sei nicht nur die Aufnahme von Flüssigkeit, sondern auch eine mit Geschichte und Kultur verbundene Handlung. Diesem Thema haben sich nun Forscher der Universität Bonn angenommen:
Geselligkeit und Kommunikation fanden im 18. und 19. Jahrhundert in Kaffee- und Wirtshäusern statt. Räume wie Getränke wurden allerdings nicht neutral betrachtet, sondern waren belegt mit Eigenschaften, die auf Geschlecht, Klasse und Nation schließen ließen.
Die Anglistinnen Prof. Dr. Barbara Schmidt-Haberkamp (Bonn) und Privatdozentin Dr. Susanne Schmid (Bochum/Berlin) haben hierzu die Tagung „Drink in the Eighteenth and Nineteenth Centuries“ organisiert. Die Tagungsteilnehmer nehmen verschiedene Getränke in den Blick und betrachten diese unter einem bestimmten Blickwinkel – zum Beispiel unter dem Geschlechteraspekt. Tee sei eher mit Weiblichkeit und der einhergehenden Häuslichkeit in Verbindung gebracht worden, so Prof. Schmidt-Haberkamp vom „Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie“ der Universität Bonn. Kaffee dagegen sei männlich belegt worden, da die Kaffeehäuser der Zeit eher Männern als Frauen zugänglich gewesen seien. Kaffeekritiker hingegen hätten das Getränk mit arabischen Wurzeln als „unchristlich“ angesehen und für die natürliche und gesunde Alternative – das heimische Bier – plädiert.

Weitere Informationen zum Thema:

universitätbonn
Drink in the Eighteenth and Nineteenth Centuries: Consumers, Cross-Currents, Conviviality / International Conference, University of Bonn, 5-7 November 2010

universitätbonn, 02.11.2010
Kaffee ist männlich, Tee weiblich / Bonner Anglisten beleuchten die Getränkekultur des 18. und 19. Jahrhunderts

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