Rostocker Maschinenbaustudentin erhält Innovationspreise von Rolls Royce und Germanischem Lloyd

Katja Hartig für umweltfreundlichen Lösungsansatz zur Ballastwasser-Problematik ausgezeichnet

[Auf dem Campus, 20.09.2011] Die 25-Jährige Rostocker Maschinenbaustudentin Katja Hartig erhielt von der Klassifikationsgesellschaft Germanischer Lloyd (GL) den „Alward for Young Professionals 2010“, der „innovative Ideen zur Steigerung der Effizienz von Schiffen bzw. deren Betrieb“ würdigt. Dessen Anliegen sei es, Studenten für Technik zu faszinieren und die Attraktivität des Ingenieurberufs zu fördern, so ein Sprecher des GL. Bereits im Frühjahr 2011 war die Maschinenbaustudentin für ihre Arbeit mit dem „Innovationspreis“ von Rolls-Royce Marine – ein Unternehmen, das Schiffssysteme baut – geehrt worden. Preisträgerin Hartig stellte ein Konzept für ein Containerschiff vor, bei dem auf den Austausch von Ballastwasser ganz verzichtet werden kann:
Die mögliche Lösung bestehe darin, die Tanksysteme so zu konstruieren, dass das Ballastwasser zwischen den Tanks hin und her gepumpt wird, um die erforderliche Gewichtsverteilung zu erreichen und es nicht in Kontakt mit Meereswasser kommt.

Foto: Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik

Foto: Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik

Prof. Dr. Robert Bronsart und Katja Hartig

Nach Schätzungen der International Maritime Organisation (IMO), der für Schifffahrt zuständigen Unterorganisation der UNO, werden jährlich etwa über zehn Milliarden Tonnen Ballastwasser durch Fracht- und Passagierschiffe befördert und im Zielhafen wieder abgelassen. Dadurch würden Kleinstlebewesen zusammen mit dem Seewasser in die Ballasttanks gepumpt und später in anderen Regionen freigesetzt, schildert Prof. Robert Bronsart, der Betreuer der jungen Studentin vom Lehrstuhl für Schiffbau der Universität Rostock, das Problem. Dies sei weltweit eine Bedrohung für die maritimen Ökosysteme. Jetzt seien die Forscher gefragt, neue Technologien für den Ballastwasseraustausch zu entwickeln.
Die Rostocker seien da bereits einem auf gutem Weg. Hartigs innovatives Konzept habe die Fachwelt aufhorchen lassen. Es entspreche jetzt schon allen Sicherheitsanforderungen, so Prof. Bronsart, der sich aufgrund der großen Resonanz von Reedern und Umweltschutzorganisationen stolz auf das Ergebnis zeigt – dies sei eine Bestätigung ihrer Arbeit. Sie würden weiter intensiv an diesem Thema forschen. Die Herausforderungen indes sind groß, denn bis 2016 müssten Handelsschiffe laut einer internationalen Vorschrift weltweit umgerüstet werden.
Schiffe mit innovativen Systemen zu entwerfen, das ist es, was Hartig beruflich reizt. Von den über 1.000 Studenten an der „Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik“ ist sie eine der wenigen Frauen. Für Mathematik und Physik hat sie sich in der Schule frühzeitig begeistert.
Sie habe genau den richtigen Beruf gewählt, ist die junge Rostockerin überzeugt. Nach einem Auslandssemester in St. Petersburg schreibt Hartig ab Herbst 2011 an ihrer Diplomarbeit.

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