Phoenix-Pharmazie-Wissenschaftspreis 2011 für Prof. Dr. Karsten Mäder und sein Autorenteam

Auszeichnung für Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in der Kategorie Pharmazeutische Technologie

[Auf dem Campus, 05.11.2011] Den „Phoenix-Pharmazie-Wissenschaftspreis 2011“ in der Kategorie Pharmazeutische Technologie nahm Prof. Dr. Karsten Mäder von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) für sein Autorenteam am 3. November 2011 im Rahmen eines Festakts im Düsseldorfer Industrieclub entgegen:
Dieser gilt als einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftspreise. Ausgezeichnet wurde ein herausragendes Projekt der Grundlagenforschung, das die Pharmazeuten im vergangenen Jahr in der bekannten wissenschaftlichen Zeitschrift „European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutis“ vorstellten.
Dieser Preis habe ihn überrascht und sehr gefreut, so Professor Mäder, Leiter des Autorenteams, zu dem noch Sabine Kempe, Hendrik Metz und Priscila G. C. Pereira gehören. Es sei eine große Anerkennung für die Leistungsfähigkeit der halleschen Pharmazie bei der Entwicklung innovativer Arzneiformen.

Foto: Andreas Schädlich

Foto: Andreas Schädlich

Prof. Dr. Karsten Mäder: Große Anerkennung für die Leistungsfähigkeit der halleschen Pharmazie bei der Entwicklung innovativer Arzneiformen.

Die ausgezeichnete Arbeit untersucht und beschreibt detaillierte Prozesse bei der Anwendung von Depotarzneiformen. Das Team entwickelte verbesserte, d.h. verträglichere, Methoden für sich „in situ bildende Implantate“. „In situ“ heißt „vor Ort“ – es handelt sich um arzneistoffhaltige Flüssigkeiten, die nach Injektion im Körper des Patienten „vor Ort“ ein halbfestes oder festes Depot (Implantat) bilden.
Dabei ist der Arzneistoff in einem bioabbaubaren, meist polymeren Trägermaterial eingeschlossen. Aus diesem werden über einen längeren Zeitraum Arzneistoffe kontinuierlich freigesetzt. Üblich ist diese Methode bei hormonabhängigen Krankheitsfällen, die eine längere Behandlung mit bestimmten Medikamenten erfordern, z. B. Prostata- oder Brustkrebs.
Das Forscherteam habe erstmals Methoden zur zerstörungsfreien Messung der komplexen Prozesse der Implantatbildung und des Abbaus sowie der Freisetzungsmechanismen mittels Elektronenspinresonanzspektroskopie (ESR) und Magnetresonanztomographie (MRT) entwickelt. Außerdem hätten die Pharmazeuten die Gabe von Polyethylenglykol (PEG) als Alternative zum bisher verwendeten nicht optimalen Lösungsmittel N-Methylpyrrolidon (NMP) untersucht – PEG sei besser verträglich, die Implantate bildeten sich schneller. Solche Erkenntnisse seien laut Professor Mäder eine wichtige Grundlage für die zielgerichtete und rationale Entwicklung und Optimierung weiterer In-situ-Implantate.
Einer von vier durch die Phoenix Group verliehenen Preisen ging nach Halle – außerdem erhielten Projekte der Universitäten in München, Regensburg und Wien diese Auszeichnung. Die Phoenix Group gilt als führender Pharmahändler Europas. Sie zeichnet mit ihrem Preis seit 15 Jahren die besten wissenschaftlichen Arbeiten der universitären
pharmazeutischen Grundlagenforschung im deutschsprachigen Raum aus. Eine unabhängige Jury prämiert die besten Arbeiten in den vier Gebieten Pharmakologie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Chemie sowie Pharmazeutische Technologie. Der für alle vier Gebiete mit insgesamt 40.000 Euro dotierte Pharmazie-Wissenschaftspreis sei die einzige Auszeichnung im deutschsprachigen Raum in diesem Bereich. Ihnen sei es ein sehr wichtiges Anliegen, engagierte Wissenschaftler und ihre hervorragende Forschung zu unterstützen. Die Phoenix-Gruppe übernehme Verantwortung für die wissenschaftliche Basis im pharmazeutischen Bereich, betonte Oliver Windholz, Mitglied der Geschäftsführung, beim Festakt.
Die Grundlagenforschung im Bereich Pharmazie an den deutschsprachigen Universitäten und Instituten sei ausgezeichnet und befinde sich ohne Frage auf Augenhöhe mit den internationalen Arbeiten, sagte Prof. Jörg Kreuter, Vorsitzender der Jury. Der Preis trage dazu bei, diese Forschungsexzellenz sichtbar zu machen, die leider oftmals unterschätzt
werde.

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