Paula, du bist Laura! Geraubte Kinder in Argentinien: Universität Mainz half bei der Übersetzung des Buches

Acht der einst geraubten Kinder erzählen die erschütternde Geschichte ihres Lebens

[Auf dem Campus, 07.10.2010] Am diesjährigen Schwerpunkt Argentinien der Frankfurter Buchmesse beteiligt sich die Universität Mainz mit der Übersetzung eines Buches von Analía Argento mit dem Titel „Paula, du bist Laura! Geraubte Kinder in Argentinien“:
Am Übersetzungsprojekt haben 32 Studenten der Abteilung „Spanische und Portugiesische Sprache und Kultur“ des Fachbereichs 06 in Germersheim unter Leitung von Frau Dr. Eva Katrin Müller und Frau Verónica Abrego teilgenommen. Das im Wintersemester 2009/2010 durchgeführte Projekt war Teil der Aktivitäten zum 200. Jahrestag des Beginns der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Staaten und wurde ehrenamtlich besorgt. Die Teilnehmer erhalten jetzt eine Förderung der argentinischen Regierung. In Absprache mit allen Beteiligten wird das Geld den Abuelas de la Plaza de Mayo für die weitere Suche nach den vermissten damaligen Kindern gespendet.
Der Raub von Babys und Kindern gehört zu den größten Verbrechen, die sich während der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 ereigneten. Nachdem man ihre Eltern getötet hatte, wurden die Waisen von Menschen aufgezogen, die der Diktatur nahestanden. Nur etwa 100 dieser Kinder haben bis heute von ihrer wahren Identität erfahren – von 400 weiteren fehlt trotz aller Bemühungen von Verwandten und Suchdiensten bislang jede Spur. Acht der einst geraubten Kinder erzählen in dem Buch „Paula, du bist Laura! Geraubte Kinder in Argentinien“ (Berlin 2010, Christoph-Links-Verlag) die erschütternde Geschichte ihres Lebens – einige von ihnen gehen damit zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Argento hat ihre Berichte gesammelt und um ausführliche Nachforschungen ergänzt.
OPEN BOOKS in Frankfurt/Main und der Ch. Links Verlag aus Berlin laden zur Buchpremiere am 8. Oktober 2010 um 20 Uhr ein – „Haus am Dom“, Domplatz 3, 60311 Frankfurt/Main.

Weitere Informationen zum Thema:

JGU, ftsk
Germersheimer Übersetzungsprojekt auf der Frankfurter Buchmesse

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Initiativen, Veranstaltungen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Paula, du bist Laura! Geraubte Kinder in Argentinien: Universität Mainz half bei der Übersetzung des Buches

  1. Frank Schöttle sagt:

    Hallo, ich habe mit interesse ihren Beitrag gelesen. Gibt es möglichkeiten an eine Addresse von den Lateinamerikanischen Suchdienste zu kommen und sind alle Suchdienste nur aus ARGENTINIEN? Können auch welche aus dem Amazonas stammen? Bitte nicht falsch verstehen es ist nur eine Anfrage.
    LG

  2. Dirk Pinnow sagt:

    Sehr geehrter Herr Schöttle,

    bezüglich des Artikels „Paula, du bist Laura! Geraubte Kinder in Argentinien: Universität Mainz half bei der Übersetzung des Buches“ kann ich nur sagen, dass damit wohl ein typisches argentinisches Problem angesprochen wird – das der Zwangsadoptionen im großen Umfang.
    Ob es diese auch so in anderen damaligen lateinamerikanischen Militärdiktaturen gab, ist mir jedenfalls nicht bekannt.

    Ansprechpartner in Argentinien wären sicherlich
    die Bürgerliche Vereinigung der Großmütter der Plaza de Mayo http://de.wikipedia.org/wiki/Abuelas_de_Plaza_de_Mayo
    bzw. die
    Madres de la Plaza de Mayo („Mütter des Platzes der Mairevolution“) http://de.wikipedia.org/wiki/Madres_de_Plaza_de_Mayo
    (s. die Liste der dortigen Links).

    Ob es vergleichbare Organisationen zur Aufklärung politisch bedingter Vermisstenschicksale in Brasilien (Amazonasgebiet) gibt, weiß ich leider nicht.
    Ggf. empfehle ich, beim Roten Kreuz oder auch mal beim Auswärtigen Amt (s. Websites) vorzusprechen!

    Alles Gute

    Dirk Pinnow

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*