LMU München: Physiker schauen Aluminiumoxid-Drähten beim Wachsen zu

Nanodrähte sollen künftig Komponenten in der Elektronik, Optik und Medizintechnik kompakter machen

[Auf dem Campus, 25.10.2010] Einem internationalen Forscherteam um die LMU-Physikerin Prof. Christina Scheu vom Department Chemie und „Center for NanoScience“ (CeNS) ist es erstmals gelungen, die Entstehung von Aluminiumoxid-Nanodrähten in atomarer Auflösung und in Echtzeit zu beobachten:
Hauchdünne Nanodrähte mit Durchmessern von weniger als 50 Nanometern haben das Potenzial, elektronische Geräte – etwa Handys und Computer – künftig kompakter zu machen. Ihr Wachstum kann aber nur gezielt beeinflusst werden, wenn die Forschung den zugrunde liegenden Entstehungsprozess im Detail versteht. Meist wachsen Nanodrähte in einem sogenannten Gas-Flüssigkeit-Festkörper-Prozess, „Vapour-Liquid-Solid Growth“. Dabei gelangen die zum Wachstum benötigten Atome aus der Gasphase über die flüssige Phase in einen festen Zustand, der dann den Nanodraht bildet. In Versuchen gelang es nun, die atomaren Prozesse beim Wachstum von Aluminiumoxid-Drähten zu beobachten.
Diese Vorgänge wurden in einem Echtzeit-Video festgehalten. Ohne hochauflösende Aufnahmen hätte man laut Prof. Scheu die atomaren Prozesse beim zweistufigen Wachstum der Aluminiumoxid-Drähte gar nicht aufklären können. Das detaillierte Verständnis der Entstehung von Nanodrähten ist die Voraussetzung für die gezielte Manipulation ihres Wachstums. Prof. Scheu und ihr Team wollen in nachfolgenden Studien nun das Wachstum, die Struktur und Eigenschaften von Nanodrähten aus anderen Materialien aufklären.

Weitere Informationen zum Thema:

LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN, 22.10.2010
Hauchdünne Grenzgänger / Wachstum von Aluminiumoxid-Nanodrähten erstmals beobachtet

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