Kooperationsprojekt zur system- und netzübergreifenden Einsetzbarkeit von Videokonferenzsystemen

Ericsson, RWTH Aachen und Rovi MainConcept dtreben HD-Qualität für Telearbeit und Video-Chats an

[Auf dem Campus, 03.01.2012] Videokonferenz- und Telepräsenz-Anwendungen besitzen ein hohes Zukunftspotenzial. Mit diesen Technologien lassen sich die Effizienz und die Nachhaltigkeit von Arbeitsprozessen – etwa durch das Vermeiden von Geschäftsreisen – optimieren. Um die Marktchancen derartiger Anwendungen zu erhöhen, müssten die technischen Möglichkeiten entsprechender Kommunikationssysteme erweitert werden. So mangele es derzeit an Interoperabilität bei High-End-Systemen und verbreiteten Video-Chat-Lösungen im Internet. Auch arbeitet das Forschungsprojekt daran, die Nutzung von Videokonferenz- und Telepräsenz-Anwendungen über verschiedene Netze hinweg zu ermöglichen.
Ericsson, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) und das Unternehmen Rovi MainConcept haben daher das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Connected Visual Reality“ (CoVR) gestartet. Ziel dieser Kooperation sei es, die Leistungsfähigkeit der audiovisuellen Online-Kommunikation deutlich zu erweitern – und diese so populärer zu machen. Mit rund 1,1 Millionen Euro im Rahmen des aus dem „EFRE ko-finanzierten Operationellen Programms für NRW Ziel 2“ durch die EU und das Innovationsministerium gefördert, sei das CoVR-Forschungsprojekt einer der Gewinner des Wettbewerbs „HighTech.NRW“.
Ein Ziel der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der CoVR sei es, Technologien zu entwickeln, die sich in heterogenen Netzwerken betreiben ließen und die eine Kommunikation in HD-Qualität erlaubten. Die Qualität eines Videos etwa lasse sich durch eine effektivere und skalierbare Codierung optimieren, während sich die Güte der Audiosignale durch intelligente Störgeräuschreduktion, Enthallung und Echokompensation verbessern ließen.
Darüber hinaus würden im Rahmen des CoVR-Projektes neue Funktionen entwickelt, welche die Attraktivität der Anwendungen deutlich steigern könnten. So solle das entwickelte System eine laufende Inhaltsanalyse der übertragenen Audio- und Videosignale bieten – eingesetzt zum Beispiel, um Sprecher innerhalb einer Gruppe von Konferenzteilnehmern optisch hervorzuheben und kenntlich zu machen.
Vor allem größere Unternehmen setzten heute bei der Kommunikation zwischen ihren Standorten zunehmend auf Videokommunikation. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt CoVR wollten sie Lösungen zur Videokommunikation durch Innovationen weiter verbessern und somit noch attraktiver und breiter verfügbar machen, so Laurits Hamm, Projektleiter und Forschungsingenieur im Ericsson Eurolab in Herzogenrath/Aachen. Das CoVR-Projekt bündele das Knowhow der Projektpartner, die auf ihren Arbeitsgebieten zu den weltweit führenden Kompetenzträgern gehörten.
Die Projektleitung liegt beim „Ericsson Eurolab“, einem bedeutenden Forschungs- und Entwicklungsstandort des Telekommunikationskonzerns. Am Technologie- und Innovationsstandort in Aachen entwickeln mehr als 500 hochqualifizierte Mitarbeiter aus über 50 Nationen neue Ideen für die Telekommunikation von morgen. Schwerpunkte bilden hierbei Technologien für den Mobilfunk, die IP- und Breitband-Kommunikation sowie Innovationen für die Maschinenvernetzung (M2M) und die Fahrzeugkommunikation. Neben Ericsson sind zwei international renommierte Institute der RWTH Aachen an diesem Projekt beteiligt. Das Institut für Nachrichtengeräte und Datenverarbeitung forscht seit vielen Jahren im Bereich digitaler Übertragungstechniken, der Kanal- und Netzsimulation, der Sprachcodierung sowie der Sprachsignalverarbeitung zur Verbesserung der auditiven Qualität. Weiterer Projektpartner ist das Institut für Nachrichtentechnik, das vor allem auf dem Gebiet der Videokompression und der Inhaltsanalyse von Bild-, Video- und Audiosignalen arbeitet. Der internationale Ruf des Instituts basiert unter anderem auf der aktiven Beteiligung an Standardisierungsaktivitäten im Bereich Video. Das Aachener Unternehmen MainConcept ist in CoVR für die Bereiche Videokompression und -dekompression verantwortlich. MainConcept gilt als führender Lieferant von Video- und Audiocodec-Lösungen und kann langjährige Erfahrungen vor allem in den Bereichen Enkodierung- und Dekodierung sowie Vor- und Nachverarbeitung von Audio- und Videosignalen vorweisen.

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