FH Aachen entwickelt Technik für Erforschung des Saturnmondes Enceladus

Verbundvorhaben eines Konsortiums aus insgesamt sechs Hochschulen

[Auf dem Campus, 01.03.2012] Die Fragen, ob es außerirdisches Leben im Sonnensystem gibt und wie dieses ggf. aussieht, könnten zumindest für den Saturnmond Enceladus einer Klärung zugeführt werden, denn das Verbundvorhaben „EnEx-Enceladus Explorer“ unter Leitung der FH Aachen ist nach deren Angaben erfolgreich angelaufen.
Die Einschmelzsonde – auch „IceMole“ (Eismaulwurf) genannt –, die am Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Dachwald und seinem Team entwickelt und gebaut wird, soll sich einmal durch Enceladus‘ dicken Eispanzer graben und dort nach außerirdischem Leben suchen.

Bildquelle: NASA (gemeinfrei / public domain) http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Enceladusstripes_cassini.jpg&filetimestamp=20050907142259

Bildquelle: NASA (gemeinfrei / public domain) http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Enceladusstripes_cassini.jpg&filetimestamp=20050907142259

Saturnmond Enceladus – aufgenommen von der Raumsonde „Cassini“

Die Idee des „IceMole“ entstand in einem studentischen Projekt der FH Aachen. Gefördert wird das Projekt „EnEx“ vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Rahmen der Nationalen Raumfahrtforschung.
Wenn es auf Enceladus Leben gibt, dann unter dem dicken Eispanzer des Saturnmondes. Sie wüssten, dass es auf der Oberfläche des Enceladus Wasser speiende Eisvulkane gebe, erklärt Professor Dachwald – dies spreche für Wasservorkommen unterhalb der Eises, womöglich sogar für einen riesigen Salzwasserozean. Durch Spalten im Eis steige das Wasser bis zur Oberfläche auf, wo es hinaus geschleudert werde und sofort gefriere. Wo Wasser und Energie vorhanden sind, da könne es auch Leben geben – das Problem sei jedoch, dass die möglicherweise auf dem Saturnmond vorhandenen Mikroorganismen durch das aufsteigende Wasser mitgerissen würden und an der Oberfläche zerplatzten. Die Bedingungen im Weltall seien einfach zu lebensfeindlich, so der FH-Professor. Deshalb wollen die Forscher sich mithilfe des „IceMole“ etwa 100 bis 200 Meter tief an eine wasserführende Spalte graben und dort eine Salzwasserprobe entnehmen. Diese soll anschließend vor Ort auf vorhandene Mikroorganismen analysiert werden.
Der Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik leitet das Verbundvorhaben, für das ein Konsortium aus insgesamt sechs Hochschulen, FH Aachen, Universität der Bundeswehr München, TU Braunschweig, Universität Bremen, RWTH Aachen sowie Bergische Universität Wuppertal, gebildet wurde. Außerdem ist noch das Institut für Bioengineering der FH Aachen beteiligt, das an einer keimfreien Probenentnahme arbeitet.
Dieses Projekt werde sie in den nächsten drei Jahren beschäftigen, sagt Professor Dachwald. Für die Wissenschaftler gebe es noch Einiges zu tun – damit sie den „IceMole“ gut durch das Eis steuern könnten, benötigten sie ein ausgeklügeltes Navigationssystem, erklärt Prof. Dachwald, denn auf dem Enceladus stünden ihnen keine von der Erde gewohnten Bezugspunkte zur Verfügung, beispielsweise ein stabiles Magnetfeld oder ein globales Navigationssystem. An dieser anspruchsvollen Navigationslösung arbeiteten nun die Projektbeteiligten. Bevor sich der Eismaulwurf in die Tiefen des Enceladus gräbt, soll er auf dem Matanuska-Gletscher in Alaska in Kooperation mit einem US-amerikanischen Forschungsteam getestet werden und unter dem Eis erstmalig eine kontaminationsfreie Wasserprobe entnehmen. Einen ersten erfolgreichen Feldversuch hat der „IceMole“ bereits 2010 auf dem Schweizer Morteratsch-Gletscher absolviert.

Weitere Informationen zum Thema:

NASA PHOTOJOURNAL
PIA06254: Zooming In On Enceladus (Mosaic)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Entdeckungen, Innovationen, Kooperationen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*