Die Datenspinne: Kritischer Diskurs von Professor Dr. Herbert Jodlbauer

„Im Netz von Google, Facebook, Alibaba und Co!“ geht der heutigen „Datenexplosion“ und deren Einfluss auf unseren Alltag nach

[Auf dem Campus, 26.03.2016] Eigentlich hat der Industrie-4.0-Experte FH-Prof. Dr. Herbert Jodlbauer, Studiengangsleiter des Bachelor-Studiums „Produktion und Management“ (PMT) und des Master-Studiums „Operations Management“ (OMT) an der FH Oberösterreich, Fakultät für Management, Campus Steyr, ein Fachbuch über Intelligente Produktion schreiben wollen. Als das Konzept und die Struktur zu diesem Werk feststanden, sei ihm jedoch schnell klargeworden, dass er im Vorfeld erst noch ein Buch zum Thema Daten schreiben müsse. So widmet er sich in „Die Datenspinne“ einem kritischen Diskurs und beschreibt das Potenzial, aber auch die Risiken von Daten. So erörtert er u.a., warum Daten als das „Öl“ der Zukunft bezeichnet werden, was wir über Daten wissen – über deren anscheinende Grenzenlosigkeit, über deren Vernetzung, über Chancen und Gefahren, über die Macht der Daten-Reichen und über die Ohnmacht der Daten-Armen…

Einfluss auf unseren Alltag: „Datenexplosion“

Heute würden in zwölf Stunden mehr neue digitale Daten generiert, als die gesamte Menschheit seit der Urzeit bis 1998 in Summe an Daten (alle Bücher, Filme, Bilder, …) geschaffen habe. Wenn man alle diese Daten in sehr guten PC-Speicherplatten mit einem Terabyte Speicherkapazität und Bauteilhöhe von einem halben Zentimeter aufstapele, würde dieser Festplattenturm von der Erde bis zur Sonne reichen. Diese „Datenexplosion“ habe unmittelbaren Einfluss auf unser tägliches Leben – beruflich sowie privat – und deshalb sei es so wichtig, sich mit diesem Thema kritisch auseinanderzusetzen, betont der Autor.

Berufe werden sich drastisch verändern

Neben „Big Data“ schreibt Jodlbauer beispielsweise auch über die Auswirkungen von Daten auf hochangesehene Berufe. Der Computer kann schneller, verlässlicher und billiger viele Daten verarbeiten, analysieren und verdichten als der Mensch. Eine der Haupttätigkeiten von beispielsweise Ärzten oder Flugzeugpiloten ist aber genau das Analysieren großer Datenmengen. Es sei also nur eine Frage der Zeit, dass sich diese Berufe drastisch änderten oder sogar von intelligenten Maschinen ersetzt würden, erläutert Jodlbauer. Bereits heute könnten Computerprogramme qualitativ gleichwertige Diagnosen erstellen wie ein Ärzteteam oder fliege der Computer das Flugzeug genauso verlässlich wie der Mensch.

Wenn die „Datenspinne“ ihre Beine ausstreckt…

Professor Jodlbauer widmet sich auch der potenziellen Gefahr von Daten, beispielsweise durch falsche Interpretation oder aufgrund der viel kürzeren Lebenszeit der „heutigen Daten“.
Auch den Gewinnern vom „Zeitalter Big Data“ widmete er ein Kapitel – so befasst er sich mit den Online-Giganten aus den USA wie Google, facebook, Apple und amazon, aber auch mit chinesischen Unternehmen wie Alibaba, welche mit einer aggressiveren Geschäftspolitik in den letzten Jahren immer mehr „auf die Überholspur“ gelangt seien.
Die heutige Datenflut verändere vieles, denn fast alle Lebensbereiche seien betroffen – oftmals ohne dass der Mensch es überhaupt bemerke. Wenn die „Datenspinne“ ihre Beine ausstrecke, werde vieles aus unserem alltäglichen Leben auf die eine oder andere Weise davon betroffen sein.

 FH-Prof. DI Dr. Herbert Jodlbauer

Foto: FH OÖ, Wels (A)

„Die Datenspinne – Im Netz von Google, Facebook, Alibabab und Co!“
FH-Prof. DI Dr. Herbert Jodlbauer
Leykam Verlag, 2016, ISBN 978-3-7011-8006-6

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