Deutsches Forschungsschiff Meteor entdeckt südwestlich der Azoren neue Hydrothermalquellen

Beitrag an hydrothermaler Aktivität zum Wärmebudget der Meere soll überprüft werden

[Auf dem Campus, 08.10.2010] Wissenschaftler des Forschungsinstituts MARUM und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen haben an Bord des deutschen Forschungsschiffes „Meteor“ 500 Kilometer südwestlich der Azoren neue Hydrothermalquellen entdeckt:
Dort treten inmitten des Atlantischen Ozeans in tausend Metern Wassertiefe bis zu 300 Grad heiße Quellen aus bis zu ein Meter hohen Schloten aus. Die Entdeckung der neuen Tiefseequellen ist von besonderer Bedeutung, weil sie trotz intensiver Suche bei bisherigen Expeditionen in diesem Seegebiet nicht aufgefallen waren.
Den Wissenschaftlern ist die Entdeckung durch den Einsatz eines neuartigen Fächerecholotes gelungen. Diese Technik erlaubt es, die Wassersäule bis zum Meeresboden in bisher unerreichter Genauigkeit bildlich darzustellen. Damit entdeckten die Wissenschaftler eine Fahne von Gasbläschen im Wasser. Bei einer anschließenden Tauchfahrt des ferngesteuerten Unterwasserroboters „MARUM-QUEST“ fanden sie an der vorhergesagten Stelle tatsächlich hydrothermale Aktivität mit Tieren, die für heiße Tiefseequellen am Mittelatlantischen Rücken typisch sind.
Ihre Ergebnisse deuteten darauf hin, dass viel mehr solcher kleinen aktiven Stellen entlang des Mittelatlantischen Rückens existieren als bislang vermutet, so Dr. Nicole Dubilier, die wissenschaftliche Leiterin der Expedition. Deren Beitrag an hydrothermaler Aktivität zum Wärmebudget der Meere müsse neu überprüfen werden.
Die Untersuchung von heißen Hydrothermalquellen im Atlantik ist das Ziel von 30 Meeresforschern aus Hamburg, Bremen, Kiel und Frankreich, die sich seit dem 6. September 2010 auf dem deutschen Forschungsschiff „Meteor“ befinden. Die Expedition nahe der Azoren an dem Unterwasservulkan Menez Gwen selbst wird vom MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften Bremen, finanziert.

MPIMarinMicrobiology auf YouTube, 07.10.2010

MPI-Doktorand Dennis Fink berichtet wieder von Bord des Forschungsschiffs METEOR.

Weitere Informationen zum Thema:

Der Wissenschafts-Blog
Mit der „Meteor“ im Atlantik

MAX-PLANCK-GESELLSCHAFT, 07.10.2010
Neue Tiefseequellen im Atlantik entdeckt / Hydrothermalquellen tragen möglicherweise stärker zum Wärmehaushalt der Meere bei als bislang vermutet

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