Behinderten-, Kranken- und Säuglingsmorde in Belarus 1941-1944: Internationale Tagung in Saarbrücken

Vorstellung der Ergebnisse der belarussisch-deutschen Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Alexander Friedman und Prof. Rainer Hudemann

[Auf dem Campus, 25.01.2012] Der 27. Januar ist dem Gedenken an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gewidmet – Wissenschaftler aus Belarus (Weißrussland), Russland, der Ukraine und Deutschland nehmen diesen Tag zum Anlass, um im Rahmen einer internationalen Tagung eine Bilanz ihres gemeinsamen Forschungsprojektes zu ziehen:
Die Tagung zum Projekt „Behinderten-, Kranken- und Säuglingsmorde in Belarus 1941-1944 im Kontext der belarussischen Geschichte“ findet vom 27. bis zum 29. Januar 2012 in Saarbrücken statt. Dabei werden die Ergebnisse der belarussisch-deutschen Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Alexander Friedman und Prof. Rainer Hudemann in einen breiten europäischen Vergleichsrahmen gestellt.
Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegen behinderte und psychisch kranke Menschen, schwangere Frauen und Säuglinge untersuchen sechs Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland und Belarus im gemeinsamen Forschungsprojekt; dessen Leiter ist der Geschichtswissenschaftler Professor Rainer Hudemann.
Um das ganze Ausmaß und die Auswirkungen der nationalsozialistischen Mordpolitik zu analysieren, greift die von Professor Hudemanns Mitarbeiter Dr. Alexander Friedman geleitete internationale Forschergruppe Themen auf, die bisher kaum erforscht wurden. Dazu gehören unter anderem die Lage von Psychiatern und anderen Medizinern in Belarus vor und nach 1941, die „Rassenhygiene“ in der Sowjetunion und in Belarus vor und nach Kriegsausbruch, Schicksale psychisch kranker und behinderter Menschen sowie Krankenmorde in den besetzten Gebieten. Die Forscher haben hierzu in Belarus erstmals einen breiten Zugang zu den Archiven und den Geheimdienstakten erhalten.
Das Forschungsprojekt wurde im Juli 2009 gestartet. Zum Abschlusstreffen vom 27. bis 29. Januar 2012 kommen die Projektgruppe sowie Fachleute und Nachwuchswissenschaftler aus Belarus, Russland, Deutschland und aus der Ukraine in Saarbrücken zusammen, um Bilanz zu ziehen. Im Anschluss an die Tagung ist die Veröffentlichung eines Sammelbandes zunächst in deutscher und später auch in russischer Sprache geplant, in dem die Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Nach dem Wunsch der Wissenschaftler sollen diese dazu beitragen, die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren, dass psychisch kranke und körperlich behinderte Menschen auch heute noch stigmatisiert werden.
Die Tagung wird von der Gerda Henkel Stiftung, der Union Stiftung und dem Minister für Wirtschaft und Wissenschaft gefördert.

„Behinderten-, Kranken- und Säuglingsmorde in Belarus 1941-1944 im Kontext der belarussischen Geschichte“
Freitag, 27. Januar 2012: Universität des Saarlandes, Sitzungssaal der Philosophischen Fakultäten, Campus, Gebäude B3 1, Erdgeschoss Raum 0.11
Samstag und Sonntag, 28. und 29. Januar 2012, am ehemaligen Gestapo-Lager „Neue Bremm“: Hotel Mercure Saarbrücken Süd, Zinzinger Straße 9, 66117 Saarbrücken

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