Abhilfe bei Seh- und Gleichgewichtsproblemen: Entwicklung einer neuen Untersuchungs- und Therapiemethode

Student der FH Oberösterreich arbeitet in Australien in einem internationalen Forscherteam

[Auf dem Campus, 11.07.2011] Menschen, die bei einer schnellen Kopfbewegung unter Seh- und Gleichgewichtsproblemen leiden, kann evtl. bald besser geholfen werden. Philipp Hübner, Student des „Hardware-Software-Designs“ an der FH Oberösterreich entwickelt derzeit in Australien mit einem internationalen Forscherteam eine neue Untersuchungs- und Therapiemethode:
Hübner hat Anfang April 2011 den FH-Campus Hagenberg verlassen, um sein Berufspraktikum am „Neuroscience Research Institute Australia“ (NeuRa) in Sydney, dem größten neurowissenschaftlichen Forschungszentrums Australiens, zu absolvieren. Der 23-Jährige arbeitet dort mit einem Team von Forschern an der Digitalisierung eines analogen Rehabilitationsgeräts, das so kleiner und handlicher sein und Ärzten wie Patienten eine einfachere Anwendung und gezieltere Therapie erlauben wird.
Laut Hübner trainiert es einen Hirnstammreflex, der für die Ausgleichsbewegung der Augen sorgt, wenn wir selbst in Bewegung sind und einen Gegenstand betrachten möchten – also ermöglicht, dass wir etwa beim Joggen scharf sehen oder im Auto trotz Beschleunigung Zeitung lesen können. Krankheiten oder Unfälle können nun den Reflex in seiner Funktion einschränken. Er kann aber durch das neue Reha-Gerät mittels stufenweiser Stimulation wieder trainiert werden. Dieses Gerät misst die Rotationsbewegung des Kopfes mit Hilfe von drei Sensoren, die in einem Algorithmus fusionieren. Mit Hilfe der Messwerte wird dann ein großflächiges Laserstrahlmuster erzeugt, das der Patient beobachten soll.
Medizin und Technologie faszinieren den gebürtigen Kärntner aus St. Veit an der Glan schon seit seiner Jugend. Bereits während er die HTL für Elektrotechnik in Klagenfurt absolvierte, arbeitete er freiwillig beim Roten Kreuz als Sanitäter. Entschieden hat er sich schließlich für die Technik – das Studium „Hardware-Software-Design“ in Hagenberg. Nun, im sechsten und letzten Semester seines Bachelors, hat der FH-Student die Gelegenheit genutzt, seine beiden Steckenpferde wieder miteinander zu verbinden – und das im fernen „Oz“.

Foto: FH OÖ/privat

Foto: FH OÖ/privat

Philipp Hübner machte im Rahmen seines Berufspraktikums in Sydney auch Bekanntschaft mit einem Gold-Coast-Känguru.

Es sei eine „tolle Erfahrung“, für ein solches Projekt mitverantwortlich zu sein und in Australien mit einem internationalen Forscherteam zu arbeiten, so Hübner. Seine Arbeit begeistert auch die Kollegen – wenn sein Land voll von Leuten wie ihm wäre, würde es bereits in Raumschiffen durchs All reisen, sagt Dr. Americo Miggliaccio, der Entwickler des patentierten analogen Reha-Geräts, über seinen Praktikanten. Ganz so weit ist es noch nicht, Hübner bleibt lieber bescheiden. Zunächst versucht er, auf dem digitalen Signalprozessor, den er für das Rehabilitationsgerät verwendet, noch ein Echtzeitbetriebssystem zum Laufen zu bringen. So kann das Gerät in kurzer Zeit auf einen neuen Messwert reagieren, was besonders wichtig ist, weil der betreffende Reflex innerhalb weniger Millisekunden die Muskeln der Augen steuert.
Im Herbst 2011 kehrt der Hübner dann nach Hagenberg zurück, um seine Bachelorprüfung zu absolvieren und dann das Master-Studium „Embedded Systems Design“ zu starten. Danach strebt Hübner eine Forscherkarriere an, wenn möglich im Ausland. Den Grundstein dafür hat er in Sydney schon gelegt.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Initiativen, Innovationen, Kooperationen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*