A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons: Sehbehinderte erkunden neue Umgebungen

„Google Faculty Research Award“ für KIT-Forschungsgruppe von Professor Rainer Stiefelhagen

[Auf dem Campus, 03.10.2013] Der „Google Faculty Research Award“ wird weltweit an ausgewählte universitäre Forschungsprojekte aus der Informatik, den Ingenieurwissenschaften und verwandten Bereichen vergeben und soll die universitäre Forschung sowie den Austausch mit den Universitäten unterstützen. Der Preis ist mit 83.000 US-Dollar dotiert und fördert einen Nachwuchswissenschaftler des Förderprojekts über ein Jahr. Für die Entwicklung eines Systems im Rahmen des Projekts „A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons“ erhält die Forschungsgruppe von Professor Rainer Stiefelhagen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nun diese Auszeichnung.
Für blinde und sehbehinderte Menschen ist die Bewegung an fremden Orten ein großes Problem. Dabei ist der Blindenstock bis heute das gängigste Werkzeug zur Orientierung. Das Projekt „A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons“ soll nun sehgeschädigten Menschen durch computerunterstütztes Sehen helfen, neue Umgebungen zu erkunden. Das in diesem Zusammenhang entwickelte System soll mit einer Kamera und einem mobilen Computer oder einem Smartphone Hindernisse erkennen, in Echtzeit auswerten und dem Benutzer übermitteln. Dabei soll die Kamera nicht nur die Hindernisse identifizieren, sondern beispielsweise auch Ampelzeichen erfassen oder den Weg zum Eingang eines Gebäudes ermitteln können.

Foto: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Foto: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

KIT-Projekt „A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons“

Der mobile Computer soll diese Informationen dann mit Hilfe akustischer und haptischer Signale, wie Sprache, Warntönen oder Vibration, übermitteln. Ziel ist es, diese Technik später über eine Software-Lösung für Smartphones zu verwirklichen, da diese weit verbreitet und für blinde Nutzer gut bedienbar sind. So beinhalten gängige Betriebssysteme für Smartphones bereits Vorlesesoftware, mit deren Hilfe der Bildschirminhalt via Sprachausgabe vorgelesen werden kann und die Bedienung des Touchscreens mittels spezieller Gesten für blinde Benutzer möglich wird. Zudem verfügen die Geräte über immer höhere Rechenleistung.
Mittelfristig sollen erste Prototypen entstehen, die sehgeschädigte Personen zunächst auf dem Campus des KIT testen werden, bevor das System auf weitere Orte ausgeweitet wird. Möglich macht dies eine enge Kooperation mit dem Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) am KIT, das sehgeschädigte Studenten am KIT während ihres Studiums unterstützt und an neuen technischen Lösungen zur Unterstützung blinder und sehbehinderter Menschen forscht. Ihr System solle sich schon in der Entwicklungsphase an die konkreten Bedürfnisse der späteren Benutzer anpassen, erklärt Professor Stiefelhagen, Inhaber des Lehrstuhls „Informatiksysteme für sehgeschädigte Studierende“, der sowohl Leiter des Studienzentrums für Sehgeschädigte als auch einer Forschungsgruppe zum Thema „Computer Vision for Human-Computer Interaction“ ist.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Auszeichnungen, Innovationen, Kooperationen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*