Verein für die Geschichte Berlins gibt Sonderband zum Stadtjubiläum 775 Jahre Berlin heraus

Alte Stadtquartiere „Nikolaiviertel“, „Klosterviertel“, „Heiliggeist-/Marienviertel“ und Cölln an der Spree im Fokus

[Auf dem Campus, 29.10.2012] „775 Jahre Berlin“ – das Jubiläum der deutschen Hauptstadt ist ein guter Anlass für eine Spurensuche, ist doch Berlins Altstadt nahezu verschwunden. Nur wenige Relikte künden noch von Berlins mittelalterlichen und neuzeitlichen Entwicklungen. In den letzten 150 Jahren suchten Berlins historischen Stadtkern radikale Einschnitte heim – es kam schon im Kaiserreich zu signifikanten Abrissen und Umbauten, schwere Beschädigungen brachte der Zweite Weltkrieg über die Stadt und ihren Gründungsort, und die anschließende Planierung zur DDR-Staatsmitte führte zur fast vollständigen Zerstörung. Im Vorfeld der 750-Jahr-Feier im noch geteilten Berlin kam es dann in den 1980er-Jahren zum bis heute umstrittenen historisierenden Neubau des „Nikolaiviertels“ im damaligen Ostteil.
Seit Gründung der Doppelstadt Berlin/Cölln vor rund 800 Jahren (gefeiert wird aktuell die urkundliche Ersterwähnung Cöllns an der Spree) wurde diese von vier zentralen Siedlungsschwerpunkten geprägt, für die in den heutigen Sprachgebrauch der Begriff „Viertel“ Eingang fand, obwohl es in Berlin diese so offiziell nie gab.

Abbildung: WESTKREUZ-VERLAG GMBH BERLIN / BONN

Abbildung: WESTKREUZ-VERLAG GMBH BERLIN / BONN

Beiträge des Vereins für die Geschichte Berlins, gegr. 1865 zur historischen Stadtentwicklung:
„FOKUS BERLIN MITTE – 775 Jahre Historischer Stadtkern“
Herausgegeben von Dr. Wolther von Kieseritzky
224 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-939721-37-6, 19,90 Euro

Der Verein für die Geschichte Berlins e.V., gegr. 1865 (VfdGB) hat sich in Hinblick auf das Jubiläum „775 Jahre Berlin“ in vier Themenheften seiner Quartalspublikation „MITTEILUNGEN“ den Stadtquartieren „Nikolaiviertel“, „Klosterviertel“, „Heiliggeist-/Marienviertel“ und Cölln an der Spree gewidmet. Mitglieder des erweiterten Vorstands des VfdGB stellten in zahlreichen Essays deren historische Entwicklung bis heute anschaulich dar.
Gewissermaßen als ein Jubiläumsgeschenk an die Stadt Berlin hat nun der VfdGB unter der Schriftleitung des 1. Stellv. Vorsitzenden Dr. Wolther von Kieseritzky und mit Unterstützung des Landesarchivs Berlin diese Essays, ergänzt um einen Epilog von VfdGB-Mitglied Dr. Benedikt Goebel, zugleich Mitinitiator des Bürgerforums Historische Mitte Berlin, zu einem Sammelband zusammengefasst und zum offiziellen Jubiläumstermin herausgegeben. Zahlreiche Fotografien, darunter viele bisher noch unveröffentlichte Bilder aus dem Landesarchiv Berlin, belegen darin die frühere Lebendigkeit und Vielfalt der Berliner Altstadt.
Der Band „FOKUS BERLIN MITTE“ kommt nicht allein im Kontext der Feier des Stadtjubiläums gerade zur rechten Zeit, denn die Gestaltung der historischen Mitte Berlins ist seit der Wiedervereinigung mehr und mehr in den Fokus gerückt. Die Diskussion über die Zukunft der „alten Mitte“ ist nicht mehr nur Angelegenheit von Politikern und Stadtplanern – sie wird inzwischen von vielen Bürgern geführt. Die in dem Band versammelten Beiträge und Bilder liefern hierzu die nötigen Geschichten und Fakten über die Straßen, Plätze und Häuser. Sie sollen den Blick für jene Orte in der Altstadt schärfen, an denen viele Menschen lebten, die für Berlins bürgerliche Entwicklung bedeutend waren – darunter z.B. Henriette Herz, Karl Friedrich Schinkel, Moses Mendelssohn und viele andere. Mehrere Karten sowie Register sollen diesen Band abrunden und das Lesebuch zugleich zum Nachschlagewerk werden lassen.

Weitere Informationen zum Thema:

WESTKREUZ-VERLAG
FOKUS BERLIN MITTE

DIE GESCHICHTE BERLINS
Verein für die Geschichte Berlins e.V., gegr. 1865 / Mitteilungen

DIE GESCHICHTE BERLINS
Verein für die Geschichte Berlins e.V., gegr. 1865 / Bürgerforum historische Mitte Berlin

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