TUM-Doktorand entwickelte Körpertemperatur- und Pulsmesser in Hörgerätgröße

Für den praktischen Einsatz im Alltag und drahtlose Datenübertragung konzipiert

[Auf dem Campus, 27.03.2011] Ein neues Thermometer, so klein und unauffällig wie ein Hörgerät, misstkontinuierlich im Ohr die Körperkerntemperatur des Menschen:
Diese sei wichtig, um die Leistungsfähigkeit von Sportlern zu beurteilen oder um Schutzkleidung für Feuerwehrleute oder Astronauten zu entwickeln. Erfunden hat das Gerät, das gleichzeitig den Puls misst und etwa den Brustgurt zur Pulsmessung ablösen könnte, ein Doktorand der Technischen Universität München (TUM), der jetzt mit zwei weiteren Absolventen eine Firma gründet und den Sensor erstmals auf der Hannover Messe 2011 präsentiert.
Funktionskleidung zu testen ist für die Probanden meist etwas unangenehm, denn während sie in einer Klimakammer auf einem Heimtrainer strampeln, wird ihre Körperkerntemperatur gemessen, die anzeigt, wie gut die Funktionskleidung die Körperwärme reguliert. Weil die Probanden Sport treiben, können sie keine gewöhnlichen Fieberthermometer unter Zunge oder Achselhöhle halten, zudem ist es wichtig, die Temperatur kontinuierlich zu messen. Deshalb wird die Wärme im Körperinneren von speziellen Sonden bestimmt – in der Speiseröhre oder rektal. Im sportlichen Training zeigt die Körperkerntemperatur den Leistungsstatus des Menschen an – viel genauer als der Puls.

Einen Sensor zu entwickeln, der für den praktischen Alltag gemacht ist und drahtlos Daten des Körpers übermittelt, war die Aufgabe für den damaligen Doktoranden Johannes Kreuzer am TUM-Lehrstuhl für Realzeit-Computersysteme. Er entschied sich für einen Temperatursensor, der die Körpertemperatur im Ohr misst und damit bei Bewegungen nicht hinderlich ist. Das Gerät sei so klein wie ein Hörgerät, lasse sich angenehm tragen und sei gut geeignet für den Sport, wie erste Tests mit Autorennfahrern und Marathonläufern gezeigt hätten.

© Sinuss, Dr.-Ing. Johannes Kreuzer, München

© Sinuss, Dr.-Ing. Johannes Kreuzer, München

Sensor im Ohr zur Messung von Körpertemperatur und Puls

Der Tragekomfort sei die größte Herausforderung gewesen, so Dr.-Ing. Kreuzer. Der Sensor müsse einerseits eng im Gehörgang anliegen, um zuverlässig zu messen, andererseits dürfe er auch nicht drücken. Das Ergebnis sei nun ein Gerät, das die Temperatur auf 0,01 Grad Celsius genau bestimme und gleichzeitig auch die Pulsfrequenz feststelle.
Zusammen mit zwei weiteren Absolventen gründet Dr. Kreuzer jetzt ein Unternehmen, das den Sensor herstellt. Anwendungen sieht der Elektroingenieur nicht nur im Umfeld des Sports. Das Gerät könnte auch in der Entwicklung von Schutzkleidung für Feuerwehrleute hilfreich sein und beim Testen der hermetisch geschlossenen Anzüge von Astronauten oder
Reinraum-Arbeitern.

Weitere Informationen zum Thema:

SINUSS
Mobile Messsung von Puls und Körpertemperatur

Technische Universität München, 23.03.2011
Absolventen der TU München gründen Firma für Sensortechnik: Knopf im Ohr misst Temperatur und Puls

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