Prof. Dr. Hartmut Schiedermair für Mitwirkung an der inneren Vereinigung Deutschlands im Hochschulbereich gewürdigt

Festakt im Rostocker „Barocksaal“ zur Auszeichnung mit der Ehrendoktorwürde der Universität Rostock am 1. Juli 2011

[Auf dem Campus, 02.07.2011] Die Fakultät und die Universität ehrten stellvertretend für alle ostdeutschen Universitäten die herausragenden Leistungen des Bonner Juristen Prof. Dr. Hartmut Schiedermair im Erneuerungsprozess der Hochschulen und Universitäten in der Wendezeit sowie danach, so Rektor Prof. Dr. Wolfgang Schareck während des Festaktes im Rostocker „Barocksaal“ am 1. Juli 2011 bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Medizinische Fakultät der Universität Rostock:

Foto: Prof. Dr. Hartmut Schiedermair

Foto: Prof. Dr. Hartmut Schiedermair

Ehrendoktorwürde der Universität Rostock für Prof. Dr. Hartmut Schiedermair

Prof. Schiedermair ist einer der profiliertesten Kenner und Kritiker der Hochschulpolitik in Deutschland. Er war von 1980 bis 2004 Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), der bundesweiten Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit derzeit über 26.000 Mitgliedern. Im Jahre 2004 wurde er zum Ehrenpräsidenten des DHV gewählt. In seiner Eigenschaft als Präsident des DHV hat er in der sogenannten „Ära Schiedermair“ dafür gesorgt, dass in den Neuen Bundesländern sehr schnell Orts- und Landesverbände des DHV gegründet werden konnten. Sein Kontakt nach Rostock war besonders intensiv. Die Ortsverbandsgruppe Rostock mit derzeit weit über 300 Mitgliedern und der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mit fast 600 Mitgliedern waren noch im Jahre 1990 die ersten Neugründungen in Ostdeutschland.
„Erneuerung des Geistes“, „Bildung durch Wissenschaft“, die Wiederherstellung der Autonomie der Universität als Bildungseinrichtung und Stätte von Wissenschaft und Forschung sowie als Stätte der Ausbildung des Wissenschaftlichen Nachwuchses sind die Grundsätze, die vom DHV konsequent vertreten wurden. Als Jurist hat sich der anerkannte Völkerrechtler, der bis zu seiner Emeritierung 2001 Professuren in Saarbrücken und Köln wahrnahm sowie Tätigkeiten am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, im Justizministerium von Rheinland-Pfalz und am Bundesverfassungsgericht ausübte, mit Untersuchungen zu Rechtsgrundsätzen in Verbindung mit der deutschen Teilung, dem völkerrechtlichen Status Berlins sowie zur Idee der Universität einen Namen gemacht.
Er argumentierte unablässige für eine Wiederbelegung von durch die Universität selbst verantworteten Berufungsverfahren für die Einführung einer wissenschaftsgemäßen Organisation von Lehre und Forschung und nicht zuletzt für die Wiedergutmachung an vom SED-Regime unterdrückten und benachteiligten Wissenschaftlern. Hartmut Schiedermair habe den ostdeutschen Universitäten auch in ihrem Neuaufbau nach der deutschen Wiedervereinigung wirkungsvolle Unterstützung gewährt. Das gelte zum Beispiel für die Wiedereinführung des Studienganges Zahnmedizin an der Rostocker Medizinischen Fakultät im Jahre 2002, hob der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Emil Reisinger, hervor.
„Hartmut Schiedermair war und ist ein glühender Verfechter der Humboldtschen Prinzipien der Einheit und Freiheit von Forschung und Lehre, der Freiheit der Grundlagenforschung und der Fächervielfalt als konstitutive Elemente einer Universität.“ In seiner scharfen Kritik an gewissen Fehlentwicklungen der „Bologna-Reform“ habe er in allen Punkten Recht behalten. Wenn man heute feststellen könne, dass die viel beschworene, innere Vereinigung Deutschlands im Hochschulbereich weitgehend gelungen sei, so habe Hartmut Schiedermair durch sein Wirken als Präsident des DHV daran einen nicht unerheblichen Anteil, würdigte Prof. Dr. Günther Wildenhain, ehemaliger Rektor der Universität Rostock, in seiner Laudatio die Verdienste Schiedermairs.

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