NASA-Raumsonde Solar Probe Plus erkundet Sonnenatmosphäre mit Technik der Universität Göttingen

Erkenntnisse sollen helfen, durch den Sonnenwind bewirkte Störungen auf der Erde zu vermeiden

[Auf dem Campus, 07.10.2010] Spätestens im Jahr 2018 will die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA erstmals in die Atmosphäre der Sonne vordringen – an Bord der Raumsonde „Solar Probe Plus“ befindet sich Technik, die unter anderem am „Institut für Astrophysik“ der Universität Göttingen entwickelt wurde:
Die Göttinger Wissenschaftler sind zuständig für die Software der Mission sowie für die Datenanalyse der an Bord installierten Weitwinkelkamera. Die Kamera soll unter anderem erstmals Bilder des Sonnenwindes aus nächster Nähe einfangen. Bei der Weitwinkelkamera handelt es sich um eins von insgesamt vier wissenschaftlichen Instrumenten, die Informationen über die elektrischen und magnetischen Felder der Sonnenatmosphäre und des Sonnenwindes liefern sollen.
Die Messungen an Bord der Raumsonde sollen Aufschluss geben über zwei der größten noch ungelösten Fragen der Astrophysik:

  1. Warum ist die äußere Atmosphäre der Sonne so viel heißer als die sichtbare Oberfläche der Sonne?
  2. Welche physikalischen Prozesse erzeugen den Sonnenwind?

Antworten auf diese Fragen würden zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen der Sonne auf die Erde beitragen, die ja ständig dem anströmenden Sonnenwind und seinen teilweise heftigen Böen ausgesetzt ist. Diese können nun neben den bekannten Polarlichtern auch eine Vielzahl unerwünschter Effekte auslösen, wie zum Beispiel Störungen des Funkverkehrs, der Satellitennavigation und -kommunikation und mitunter sogar Stromausfälle.
Ein spezielles Schutzschild aus Kohlenstoffverbindungen soll die Sonde und ihre Instrumente vor den enormen Temperaturen von über 1.500 Grad Celsius schützen.

Weitere Informationen zum Thema:

Georg-August-Universität Göttingen, 17.09.2010
Software der Universität Göttingen fliegt mit der NASA zur Sonne / Astrophysiker entwickeln Analyseprogramme für Kamera – „Absolutes wissenschaftliches Neuland“

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