Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch 2010: Forschungspreis für Prof. Dr. Marcel Leist

Ausgezeichnete Methode ersetzt bereits in der Industrie Tierversuche

[Auf dem Campus, 07.12.2010] Prof. Dr. Marcel Leist, Inhaber der „Professur für In-vitro-Toxikologie und Biomedizin“, zudem Direktor des „Zentrums für Alternativmethoden zum Tierversuchersatz in Europa“ (CAAT-EU) an der Universität Konstanz, wurde der Forschungspreis „Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch“ 2010 zugesprochen:
Er erhielt die Auszeichnung für ein auf menschlichen Zellen beruhendes Modell, das Tierversuche und Organentnahmen in der biomedizinischen Forschung reduzieren, ergänzen und ersetzen kann. Mehr als 50 Prozent aller Tierversuche werden in der biomedizinischen Forschung durchgeführt, und da wiederum nehmen die neurodegenerativen Krankheiten großen Raum ein.
Die Arbeit von Prof. Leist überträgt ein sehr häufig im Tierversuch verwendetes Modell der Parkinsonschen Krankheit, also solch einer neurodegenerativen Krankheit, auf menschliche Nervenzellen und demonstriert deren breite Einsetzbarkeit. Er konnte zeigen, dass mit seiner Methode nicht nur dieselben Ergebnisse wie im Tiermodell erhalten wurden, sondern auch Untersuchungen zu Degenerationsmechanismen der Parkinsonschen Krankheit durchgeführt werden konnten, die im Tier nicht möglich sind.
Das Ziel seiner diesbezüglichen Forschung ist die Einführung eines In-vitro-Systems der Neurodegeneration, also die direkte Untersuchung von Krankheits- und Vergiftungsmechanismen im Reagenzglas, unter Benutzung menschlicher Zellen an Stelle von Ratten. Die nun ausgezeichnete Methode wurde in viele Labors verbreitet und ersetzt bereits in der Industrie Tierversuche.

© Universität Konstanz

© Universität Konstanz

Prof. Dr. Marcel Leist

Weitere Informationen zum Thema:

Universität Konstanz, 01.12.2010
Menschliche Zellen statt Tierexperimenten / Forschungspreis für Konstanzer Biologen

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