Die Wildkartoffel im Fokus: Wissenschaftliches Kooperationsprojekt mit Chile

Biogas-Quelle und Resistenz-Beispiel für hiesige Kartoffelsorten in der Untersuchung

[Auf dem Campus, 11.04.2011] Als die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die wissenschaftlichen Kooperationen mit Südamerika in den Mittelpunkt eines gesonderten Förderprogramms stellte, knüpfte Prof. Dr. rer. nat. Uwe Conrath an alte Kontakte nach Santiago de Chile an:
Mit Prof. Herman Silva, Ph.D. von der Universität „Andrés Bello“ und dem Landwirtschaftlichen Forschungszentrum „INIA“sei rasch der gemeinsame Forschungsgegenstand gefunden –die Wildkartoffel. Allein auf der südchilenischen Insel „Isla Grande de Chiloé“ gebe es davon über 100 Sorten, so dass dort enormes Forschungs- und Nutzungspotenzial bestehe.
Die beiden Wissenschaftler hätten sich rasch auf zwei zentrale Fragestellungen geeinigt – ob es wilde Kartoffeln gebe, aus denen Biogas gewonnen werden könne, und ob es in den wilden Kartoffeln Resistenzen gebe, die hier angebaute Kartoffeln gegen Schadorganismen resistent machen könnten.
Unter Einbeziehung der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ekkehard Neuhaus an der TU Kaiserslautern seien wilde Kartoffeln identifiziert worden, deren Knollen einen stark erhöhten Zucker-Gehalt aufwiesen und die sich damit zur Biowasserstoffgewinnung eignen sollten. Anschließende Versuche in den Labors von Prof. Dr.-Ing. Michael Modigell vom Lehr- und Forschungsinstitut für Mechanische Verfahrenstechnik der RWTH Aachen
hätten den Beweis erbracht, dass dies in der Tat technisch grundsätzlich machbar sei. Vielleicht wachse unser Kraftstoff der Zukunft gar an Bach- und Flußläufen, so Prof. Conrath.
Im Rahmen eines Freilandversuchs auf Flächen der TU München in Weihenstephan soll im Sommer 2011 zudem überprüft werden, ob dem Erreger der Kraut- und Knollenfäule Einhalt geboten werden kann, nachdem es Sergio Diez-de-Medina Roldán aus Santiago de Chile gelungen sei, das für die Resistenz verantwortliche Gen der wilden Kartoffel zu identifizieren. Auf die Ergebnisse warte auch die Industrie mit Spannung, denn eine mit der Resistenz ausgestattete Kartoffel könnte weltweit ein begehrtes Nahrungsmittel darstellen.

Weitere Informationen zum Thema:

RWTH Aachen, April 2011
Wissenschaftliches Kooperationsprojekt mit Chile

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