BioBind: Interdisziplinäres Forschungs-Verbund-Vorhaben zur Bekämpfung maritimer Ölverschmutzungen

Sechs Partnereinrichtungen aus Forschung und Wirtschaft am Verbundvorhaben beteiligt

[Auf dem Campus, 01.08.2011] Das interdisziplinäre Forschungs-Verbund-Vorhaben „BioBind“ wird in den nächsten drei Jahren vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mit etwa zwei Millionen Euro gefördert. Innerhalb des Verbundvorhabens entstehen sechs Arbeitsplätze für Wissenschaftler. Ihr Ziel sei es, nach Ölhavarien im küstennahen Bereich sowie in Flachwassergebieten die Umweltverschmutzungen so schnell wie möglich, selbst bei hohem Wellengang, aus der Luft mit biologisch abbaubaren Bindern zu beseitigen, sagt Projektleiter Dr. Peter Fröhle von der „Agrar-und Umweltwissenschaftlichen Fakultät“ (AUF) der Universität Rostock:
Das Vorgehen sei das Erkennen der Ölverschmutzungen, der Abwurf biologisch abbaubarer Binder, das Einsammeln und Entsorgen – was sich so einfach anhört, ist jedoch eine Herausforderung für die Forscher. Kernstück der Entwicklung sind die biologisch abbaubaren Binder. Diese sollen zudem mit Mikroorganismen besetzt werden, damit das Öl bereits vor Ort biologisch abgebaut werden kann. Eine weitere Herausforderung besteht jetzt darin, den Weg der Binder auf dem Meer nachzuvollziehen, damit sie aus dem Wasser entsorgt werden können. Um die Bergetechnik kümmert sich der „Lehrstuhl für Meerestechnik“ der „Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik“ der Universität Rostock unter Leitung von Professor Mathias Paschen. Wo beispielsweise Klappschiffe zur Ölbekämpfung durch hohe Wellen ein Problem haben, setzen die Wissenschaftler jetzt an – derzeit gebe es zur Bekämpfung von Ölhavarien auf dem Meer weltweit keine zufriedenstellenden technischen Lösungen, so Prof. Paschen. Sein Lehrstuhl befasst sich unter anderem mit Erdöl- und Erdgasgewinnung – da liege es nahe, sich auch mit neuen Technologien zur Bekämpfung von Ölhavarien auf dem Meer auseinanderzusetzen.

Foto: Universität Rostock, Presse- und Kommunikationsstelle

Foto: Universität Rostock, Presse- und Kommunikationsstelle

Auf der Ostsee westlich Warnemünde: Ölbekämpfungsübung „BALEX DELTA 2004“

Mit im Boot für eine neue Lösung zur Ölbekämpfung auf dem Meer ist auch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde mit seinem Leiter Prof. Detlef Schulz-Bull. Die Wissenschaftler bewerten unter anderem die Auswirkungen der kontaminierten Binder auf die Meeresumwelt. Die AUF erforscht wiederum das Schwimmverhalten und das Driftverhalten der Binder mit und ohne Öl.
An dem Verbundvorhaben sind insgesamt sechs Partnereinrichtungen aus Forschung und Wirtschaft beteiligt. Mit im Boot sind die TU Dresden, die die Binder entwickelt. Das sächsische Institut für angewandte Biotechnologie (SIAB) untersucht die zum Einsatz kommenden Mikroorganismen, und die Firmen FSB AIR-Service und Agro-SAT kümmern sich um die Detektion der Ölteppiche und um die Ausbringung der Binder aus der Luft. Bis zum Jahr 2014 wollen die Forscher das Projekt abgeschlossen haben und eine gute Lösung präsentieren.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Innovationen, Kooperationen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Current ye@r *