Berliner Licht: OSRAM in historischer Perspektive am 11. November 2016

16. IndustrieKulturAbend widmet sich der Geschichte und Gegenwart der Lichttechnik und -kultur

[Auf dem Campus, 02.11.2016] Berlin galt neben New York und Paris schon im 19. Jahrhundert als eine Metropole der Elektrizität – als „Elektropolis“. Die bedeutendsten Elektrounternehmen ihrer Zeit entwickelten dort ihre Innovationen. OSRAM gelang es, von Berlin aus zum führenden lichttechnischen Unternehmen Europas aufzusteigen und nach zahlreichen Brüchen bis ins LED-Zeitalter fortzubestehen.

Dr. Günther Luxbacher referiert über „OSRAM in historischer Perspektive“

Dr. Günther Luxbacher, Privatdozent TU Berlin (Fachgebiet Technikgeschichte), geht in seinem Vortrag „OSRAM in historischer Perspektive“ auf den Umstand ein, dass sich einst in der Haupt- und Residenzstadt die Zentralen von Siemens und AEG, den beiden bedeutendsten Elektro-Unternehmen Deutschlands, befanden.
Dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang wie fast gleichzeitig in den USA die wichtigste Basis-Innovation der modernen Lichttechnik: Die Metalldraht-Glühlampe löste die alte Kohlefaden-Glühlampe ab. Auch in der Straßenbeleuchtung und Lichtwerbung verdrängte diese die Bogenlampe. Mit der Leuchtstofflampe und anderen Technologien folgten weitere neue kostengünstige Lichtquellen – die moderne Stadtnacht wurde taghell.
Siemens, AEG und die Deutsche Auergesellschaft fusionierten ihre Leuchtmittelproduktion zu OSRAM. Das Unternehmen stieg durch Forschung und Entwicklung, Maschinisierung und Rationalisierung bald zum bedeutendsten lichttechnischen Unternehmen Europas auf. Es beförderte mit pompösen Lichtinszenierungen den Aufstieg des Nationalsozialismus. Trotz Betriebsverlagerungen, Abspaltungen und Neugründungen wie „VEB Narva“ in der Zeit der Deutschen Teilung gelangte OSRAM bis ins LED-Zeitalter.

Helmut M. Bien trägt vor: „Cities of Lights – Elektropolis Berlin“

Helmut M. Bien, Kurator diverser Lichtfestivals, Westermann Kommunikation, geht in seinem Vortrag auf die Internationalen Elektrotechnische Ausstellung 1891 in Frankfurt am Main ein, zu der 1,2 Millionen Besucher strömten, um die elektrischen Lichtspiele zu sehen. Die Ausstellung hatte Oskar von Miller organisiert, der später Begründer des Deutschen Museums wurde.
An diese Erfolgsgeschichte knüpfte Bien 2002 mit der Biennale der Lichtkultur, der „Luminale“, wieder an, dem ersten „modernen“ Lichtfestival in Deutschland. Dabei war die „Fête des Lumières“ von 1999 in Lyon sein Vorbild, so wir für von Miller einst die Pariser Weltausstellung.
Seit der Jahrtausendwende gibt es jedes Jahr mehr Lichtspektakel rund um den Globus zwischen Sydney und Yokohama, Montreal und Helsinki. Das Licht ist zu einem Massenmedium des Urbanen geworden. Bien schildert die Entwicklung der neuen Stadtereignisse, die Kultur und Technologie verschmelzen, und geht der Frage nach, welche Rolle die „Elektropolis“ Berlin spielt.

IndustrieKulturAbend zur Geschichte und Gegenwart der Lichttechnik und -kultur

Abbildung: BBWA e.V.

IndustrieKulturAbend zur Geschichte und Gegenwart der Lichttechnik und -kultur

16. Industriekulturabend
Freitag, 11. November 2016 um 18 Uhr
„Goldberger-Saal“, Ludwig-Erhard-Haus“
Fasanenstraße 85 in 10623 Berlin
ÖPNV: Bahnhof Zoologischer Garten
[P]: div. Parkhäuser in den umliegenden Straßen
Umlage: 5,- EUR p.P. (Barzahlung am Empfang im 1. OG)

Durch den Abend führt Dr. Manfred Uhlitz, Vorsitzender des VfdGB.
Zum Abschluss ist ein kleiner Imbiss und Getränken vorgesehen.
Um Anmeldung beim BBWA wird gebeten:

Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
Telefon: (030) 41 19 06 98
Fax: (030) 41 19 06 99
E-Mail: mail [at] bb-wa [dot] de

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